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Warum ich keine kostenlosen Probetexte schreibe – und warum das auch sonst kein Texter tun sollte

ProbetextViele Texter kennen das: Neuer Kunde, netter anfänglicher Kontakt, interessantes Projekt. Doch dann: Kunde möchte gerne vorab kostenlose Probetexte haben, bevor der Texter Kosten verursacht. Klingt für den Kunden ja nach einer tollen Idee – so kann er testen, ob der Texter auch die gewollte Textqualität liefern kann und er bekommt schon vorab einen oder zwei Texte geliefert – und das Ganze noch gratis. So jedenfalls stellen sich das einige – zugegeben – wenige Auftraggeber vor. Ist ja zum Teil auch nachvollziehbar, schließlich möchte man nicht die Katze im Sack kaufen oder in diesem Fall beauftragen, aber der Texter will auch (über-)leben und dazu braucht man in Deutschland und auch überall sonst auf dieser Welt leider Geld!

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Welche Kosten ich als Texter habe

Für einen Texter ist es ganz schön schwierig, auf einen passablen Monatsverdienst zu kommen. Jedenfalls dann, wenn Auftraggeber den Preis drücken wollen. Aufgrund der momentanen Überpopulation an Textern kann das schonmal häufiger vorkommen. Denn das Texten haben mittlerweile ganz schön viele Zeitgenossen als nettes Nebeneinkommen für sich entdeckt. Darunter leidet jedoch immer häufiger die Qualität – doch Googles Rache lässt nicht lange auf sich warten!

Ein selbstständiger Texter, der keiner anderen Tätigkeit nachgeht, ist zwar sein eigener Chef, muss aber auch alle Ausgaben selbst tragen:

  • Krankenkasse
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung
  • Miete
  • Strom
  • Büromaterialien
  • natürlich auch Kaffee

von bezahltem Urlaub und Krankheit mal ganz zu schweigen. In die Kalkulation eines hauptberuflichen Texters muss das alles in den Wortpreis einfließen. Da kommt schnell einiges zusammen. Das ist einer der Gründe, warum die meisten Texter keine kostenlosen Probetexte schreiben können und wollen. Was die meisten Texter entweder schon direkt auf ihrer Seite veröffentlichen oder auf Anfrage gerne zukommen lassen, sind Referenzen und Arbeitsproben jeder Art. Da Arbeitsproben gleich doppelte Werbung sind, geht man damit recht freimütig um. Statt eines kostenlosen Probetextes zeigen Arbeitsproben nämlich nicht nur, welche Textqualität der Texter liefern kann, sondern auch, dass er oder sie schon mindestens einen Kunden hatte. Im Idealfall kann man auch noch mit dem Kunden werben – sofern dieser in der jeweiligen Branche renommiert ist.

Ist die Frage nach einem kostenlosen Probetext eigentlich eine Beleidigung?

Das vielleicht nicht direkt, aber man kann schon anfangen, an sich selbst zu zweifeln. Warum denkt der potentielle Kunde denn eigentlich, dass man nicht und er Lage sei, die Texte gemäß der Vorgaben umzusetzen? Komisch ist das schon, oder?
Man geht ja auch nicht zu seinem lokalen Friseur und verlangt einen preisreduzierten oder gar kostenlosen Probehaarschnitt, um zu testen, ob das Ergebnis auch den eigenen Vorstellungen entspricht. Warum macht man das denn dann bei Textern?
Ein guter Kompromiss könnte in einem solchen Fall sein, dass Texter und Kunde zusammen an dem Briefing feilen und so vorab alles Wichtige klären, damit der oder die Texte auch gelingen. So kann man sich dann auch gleich den kostenlosen Probetext sparen.